Deutscher Präventionstag 2009

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14. Deutscher Präventionstag: Solidarität leben – Vielfalt sichern

Moderne Zeiten sind auch unsichere Zeiten. Grundlegende gesellschaftliche Veränderungen und aktuelle Entwicklungen bringen Chancen, aber auch Risiken, produzieren Gewinner und Verlierer. Entwicklungen, die durch die gegenwärtige Krise noch einmal betont und beschleunigt werden.

Diesem Thema widmete sich der 14. Deutsche Präventionstag – assoziiertes Mitglied des Europäischen Forums für Urbane Sicherheit – am 8. und 9. Juni 2009 in Hannover. Unter dem Motto „Solidarität leben – Vielfalt sichern“ zog der 3500 Experten in die Niedersächsische Landeshauptstadt.

Wie Frau Dr. Wiebke Steffen in ihrem Gutachten zum 14. Deutschen Präventionstag mit Blick auf Lebenslagen und Lebenschance schreibt: Die Risiken nehmen zu, die Gesellschaft  driftet immer weiter auseinander. Desintegration und mangelnde soziale Teilhabe können zu einem Anstieg des gesellschaftlichen Kriminalitätsniveaus insbesondere des Gewaltniveau sowie der Angst davor führen.

In diesen unsicheren Zeiten leistet Kriminalprävention einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu sozialer Teilhabe, Integration und Solidarität. „Kriminalprävention das sind nicht nur Strategien, Programme und Maßnahmen zur Verhinderung und Verminderung von Kriminalität. Kriminalprävention bedeutet auch: Ausgrenzung vermeiden und Integration fördern!“, so Erich Marks, Geschäftsführer des Deutschen Präventionstages.

Das dies so ist, darauf deutete nicht nur das Gutachten hin, denn noch sei die Lage erstaunlich günstig. Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble konnte in Hannover Gutes Verkünden: Nicht nur die Kriminalität sonder auch das schwierige Feld der Gewalt von Jugendlichen waren im vergangenen Jahr Rückläufig.

Abschließend appellierte der Deutsche Präventionstag in seiner Hannoveraner Erklärung an die Verantwortlichen in der Politik und Gesellschaft den Beitrag der Kriminalprävention zu sozialer Teilhabe zu würdigen, jungen Menschen am Rande der Gesellschaft Zugehörigkeit zu vermitteln, sie zu integrieren und Einkommens-, Bildungs- und Integrationsarmut abzubauen, sozialen Desintegrationserscheinungen entgegen zu wirken, mit dem Ziel einer gleichberechtigten wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen.

Das Europäische Forum trug zu der Konferenz mit einem Vortrag zum Thema lokale Sicherheitsaudits bei und präsentierte seinen Leitfaden, der durch den Landespräventionsrat Niedersachsen ins Deutsche übersetz wurde, und stellte das Projekt „Democracy, Cities & Drugs“ vor. Daneben war das Forum auch mit einem Informationsstand vertreten. Das Forum und seine deutschen Vorstandsmitglieder Stuttgart und LPR Niedersachsen luden die deutschen Mitglieder und Partner, insbesondere die neu beigetretenen Städte DüsseldorfMannheim and München, sowie einige ausgewählte, an EFUS interessierte Städte zu einem informellen Empfang ein, um die Zukunft des Netzwerkes in Deutschland zu diskutieren. Hauptthema: in absehbarerer Zeit eine deutsche EFUS Sektion, eine deutsches Forum, „DEFUS“, zu gründen.